Wandern in Barfußschuhen

Zurück zu einem natürlichen Laufgefühl mit Doghammer

“Gehe achtsam, als würdest du mit deinen Füßen die Erde küssen.”
- Thích Nhất Hạnh -

Wie ich zu Doghammer gekommen bin

Als Bergwanderführerin werde ich immer wieder gefragt, welche Ausrüstung ich selbst verwende und guten Gewissens weiterempfehlen kann. Meine Antwort darauf hat sich in den letzten Jahren verändert. Früher habe ich vor allem nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis gekauft. Heute ist mir genauso wichtig, wer hinter einem Produkt steht und wie es hergestellt wird. Ich möchte lieber kleinere Unternehmen unterstützen, die Verantwortung übernehmen und Werte leben, die auch Shanti Treks ausmachen.

Doghammer war eines dieser Unternehmen. Das Konzept von Barfußschuhen für die Berge fand ich schon länger spannend und habe die Entwicklung neugierig verfolgt, bis ich schließlich selbst Kontakt aufgenommen habe. Schnell wurde mir klar, dass uns mehr verbindet als die Liebe zu den Bergen: Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und Integration sind Werte, die beide Unternehmen prägen. Also habe ich mich auf ein Experiment eingelassen – einen Sommer lang Barfußschuhe im Alltag, auf meinen Yoga-&-Wandern-Wochenenden und auf zahlreichen Tagestouren in den Bergen.

Unsere gemeinsamen Werte

Was mich an Doghammer besonders überzeugt hat, ist die Haltung hinter den Produkten. Wie bei Shanti Treks stehen Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und Integration im Mittelpunkt. Barfußschuhe fördern ein bewussteres Gehen. Gerade auf meinen Yoga-&-Wandertouren passt das wunderbar zu meiner Philosophie.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit gibt es viele Gemeinsamkeiten: Die Schuhe werden in Rosenheim entwickelt und überwiegend in einer familiengeführten Manufaktur in Portugal gefertigt. Zum Einsatz kommen natürliche und recycelte Materialien, und die Logistik erfolgt in Zusammenarbeit mit den Caritas Wendelstein Werkstätten in Rosenheim. Genau solche Unternehmen möchte ich unterstützen.

Terrar Wool
Terrar Trail Knit
Terrar Rock Wool

Welche Schuhe habe ich getestet?

Im Laufe des Sommers habe ich vier Modelle getestet: die Barfuß-Wanderschuhe Terrar Trail Knit und Terrar Rock Wool, den Alltagsschuh Terrar Wool Mango sowie den Hausschuh Terrar Dahoam. Im Fokus standen dabei natürlich die Wanderschuhe, die mich auf zahlreichen Tagestouren und meinen Yoga-&-Wandern-Wochenenden begleitet haben.

Eine kleine Überraschung gab es bei der Größe: Normalerweise trage ich Größe 40, vor Ort fühlte sich jedoch Größe 39 besser an. Das hat sich bei fast allen Modellen bestätigt. Nur der Terrar Rock Wool ist mir im Nachhinein doch zu klein, sodass ich bei diesem Schuh auf Größe 40 umsatteln muss.

Was sich für mich verändert hat

Mein erstes Zwischenfazit nach einem Sommer mit Barfuß-Wanderschuhen? Ich mags und bin weiterhin neugierig.

Durch die minimalistische Bauweise sind sie angenehm leicht und nehmen im Rucksack kaum Platz weg. Gerade an heißen Sommertagen empfand ich das als großen Vorteil. Während ich in klassischen Bergschuhen irgendwann froh bin, sie am Ende des Tages auszuziehen, fühlen sich die Barfußschuhe deutlich luftiger an.

Die eigentliche Veränderung passiert aber beim Gehen.

Das Laufgefühl war anfangs ungewohnt, gleichzeitig aber erstaunlich natürlich. Man nimmt den Untergrund viel bewusster wahr. Jeder Stein, jede Wurzel und jede Unebenheit werden plötzlich Teil der Bewegung. Dadurch setzt man die Füße automatisch gezielter auf und läuft insgesamt aufmerksamer. Bergauf habe ich den Unterschied gar nicht so stark gespürt. Bergab hingegen musste ich deutlich aktiver mit den Beinen arbeiten und sauberer auftreten.

Manchmal hatte ich das Gefühl, nicht einfach nur über den Bergpfad zu laufen, sondern fast ein bisschen über ihn zu tanzen. Jeder Schritt wird bewusster gewählt und man bewegt sich mit mehr Leichtigkeit und Präzision durch das Gelände.

Natürlich fordert das den Körper auch.

Was ich mit klassischen Wanderschuhen oft erst nach 1.500 bis 2.000 Höhenmetern im Abstieg bemerke, spüre ich mit den Barfußschuhen schon deutlich früher. Vor allem die Muskulatur in Füßen, Waden und Unterschenkeln arbeitet wesentlich intensiver. Das habe ich anfangs auch in Form von Muskelkater gemerkt. Langfristig sehe ich das allerdings eher positiv. Schließlich übernehmen genau diese Muskeln wieder die Arbeit, für die sie eigentlich gemacht sind.

Eine Veränderung hat mich überrascht.

Nach einem Wochenende mit den Barfuß-Wanderschuhen war mein Gleichgewicht in den Yoga-Einheiten spürbar besser. Balancehaltungen fielen mir leichter und ich fühlte mich insgesamt stabiler. Nach mehrtägigen Touren mit meinen klassischen, festen Bergschuhen ist es oft genau andersherum. Ob das Zufall ist oder tatsächlich mit der stärkeren Aktivierung der Fußmuskulatur zusammenhängt, kann ich natürlich nicht belegen – die Veränderung war für mich aber deutlich wahrnehmbar.

Warum ich erst einmal einen Gang zurückgeschaltet habe

So begeistert ich inzwischen vom Laufgefühl bin, verlief der Umstieg nicht so unkompliziert, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Ich hatte, wahrscheinlich etwas naiv, erwartet, die Schuhe einfach anzuziehen und meine gewohnten Touren wie bisher weiterzugehen. Genau das würde ich heute allerdings niemandem empfehlen.

Der Körper braucht Zeit, um sich an das neue Laufgefühl zu gewöhnen. Deshalb würde ich jedem raten, zunächst deutlich kürzere und einfachere Touren zu wählen, als man sie normalerweise geht, und die Belastung langsam zu steigern.

Mir wurde außerdem bewusst, dass Barfußwandern weit mehr ist als nur ein anderer Schuh. Es gibt spezielle Gehtechniken und viele hilfreiche Tipps, wie man den Körper Schritt für Schritt an diese Art des Gehens heranführt. Dazu findet ihr auf der Website von Doghammer bereits viele Informationen und Videos.

Besonders empfehlen kann ich dieses Video mit Maximilian Hundhammer und Dr. med. Martin Weiß, Arzt für Allgemeinmedizin und Chirotherapie mit Schwerpunkt Bewegungsapparat und Fußgesundheit. Als medizinischer Experte unterstützt er Doghammer dabei, fundiertes Wissen rund um das natürliche Gehen und den gesunden Einstieg in Barfußschuhe zu vermitteln. In dem Video erklärt er anschaulich, worauf es beim Umstieg ankommt und warum Geduld und die richtige Technik entscheidend sind.

Und weil sich dieses Thema meiner Meinung nach am besten draußen und in der Praxis erleben lässt, planen Doghammer und ich bereits ein gemeinsames Barfuß-Wochenende im Frühjahr. Dort wird es nicht nur um die Schuhe gehen, sondern vor allem darum, den eigenen Körper besser kennenzulernen und einen gesunden Einstieg ins Barfußwandern zu finden.

Approach Pro Wool
www.doghammer.de
Terrar Knit

Meine Empfehlung

Wer sich für Barfußschuhe interessiert, sollte meiner Meinung nach nicht gleich mit Wanderschuhen beginnen. Der Einstieg fällt deutlich leichter mit einem Alltagsschuh, den man regelmäßig trägt und so Füße und Muskulatur langsam an das neue Laufgefühl gewöhnt. 

Für kühlere Tage ist der Terrar Wool Mango mein persönlicher Favorit. Dank der Merinowolle trägt er sich unglaublich angenehm und sorgt für ein tolles Fußklima. An warmen Sommertagen würde ich dagegen eher zum Terrar Knit greifen. Durch sein luftiges Strickmaterial ist er noch leichter und atmungsaktiver und damit aus meiner Sicht der ideale Begleiter für den Sommer.

Wer lieber in Sandalen oder Schlappen unterwegs ist, sollte sich den Terrar Letto anschauen. Und auch der Terrar Dahoam hat mich überzeugt: Er ist wunderbar bequem und für gemütliche Abende auf der Hütte einfach perfekt. Durch die Merinowolle ist er allerdings eher etwas für kühlere Temperaturen. Für klassische Hüttentouren, bei denen jedes Gramm zählt, würde ich persönlich wahrscheinlich eher zu einem leichteren Hausschuh greifen.

Mein Fazit

Ich bleibe auf jeden Fall dran.

Für meine geführten Mehrtagestouren werde ich vorerst weiterhin klassische Bergschuhe tragen. Mit einem Rucksack von rund zehn Kilogramm inklusive Sicherheitsausrüstung schätze ich den zusätzlichen Halt am Sprunggelenk. Auch bei anhaltendem Regen oder sommerlichen Schneefeldern stoßen die Barfußschuhe für meinen Einsatzbereich aktuell an ihre Grenzen. Aber auch da hat Doghammer mit dem Approach Pro Wool einen attraktiven knöchelhohen Wanderschuh im Sortiment.

Für Tagestouren und den Alltag gehören sie inzwischen aber fest dazu. Sie haben meinen Blick aufs Wandern verändert und mich wieder bewusster gehen lassen. Ich bin gespannt, wie sich meine Füße weiter entwickeln – und welche Ideen Doghammer in Zukunft noch umsetzt.

Falls du neugierig geworden bist: Beim nächsten Yoga & Wander-Wochenende auf dem Meißnerhaus (3. - 6. September) habe ich alle vier Modelle dabei. Du kannst sie dir aus der Nähe anschauen, dir selbst ein Bild davon machen und mich alles fragen, was dich rund ums Barfußwandern interessiert. Wenn du direkt selbst in die Welt der Barfußschuhe eintauchen möchtest, schau bei Doghammer vorbei. Mit dem Rabattcode ShantiTreks erhältst du 10 € Rabatt auf deinen Einkauf.

Ginja Rock - Zustiegsschuh
www.doghammer.de
Ginja Rock - Zustiegsschuh